Sandstrahlen selber machen

Selber Sandstrahlen- so einfach gehts

Eine Sandstrahlfirma kann ziemlich teuer sein. Doch kann man nicht auch einfach selber zu Hause sandstrahlen– und gibt es dazu noch Alternativen? Wie du zu Hause selber sandstrahlen kannst und was du dabei beachten musst erfährst du in diesem Artikel!

Anwendungsgebiete zum selber Sandstrahlen

Sandstrahlen wird hauptsächlich zum Reinigen und Abtragen von Oberflächen (Fahrzeugentrostung) eingesetzt. Wegen dem festen Aufprall der Strahlmittels auf die Oberfläche werden unerwünschte Ablagerungen entfernt. Bei Entrostung und Entlackung von Fahrzeugen wird meist das Sandstrahlen als bewerte Methode eingesetzt.

Der Vorgang ist dabei von Oberfläche und Strahlmittel unabhängig und meist identisch. Ob du Glas sandstrahlen selber machen möchtest oder eine Fassade reinigst, spielt beim Strahlvorgang keine große Rolle, der Unterschied ist lediglich das benutzte Strahlgut und der Arbeitsdruck.

Mögliche Anwendungsgebiete des Sandstrahlers sind Autokarosserie, Hauswand oder einfach verrostete Metallgegenstände.

Sandstrahlausrüstung- das brauchst du

Folgende Utensilien brauchst du um das Sandstrahlen selber machen zu können:

    • Kompressor: wichtig ist hierbei einen Kompressor mit ausreichender Leistung zu wählen. Herkömmliche Druckluftkompressoren sind meistens zu schwach für Sandstrahlzwecke. Wir haben die richtigen zum Sandstrahlen ausgewählt.
    • Becherpistole oder Sandstrahlgerät mit Pistole: benutzt du eine Becherpistole, brauchst du nicht zwingend ein Sandstrahlgerät. Hast du nur eine normale Strahlpistole, musst du dir ein Sandstrahlgerät besorgen.
    • Strahlmittel: dies wird in den Behälter gefüllt. Es gibt viele verschiedene Strahlmittel für verschiedene Oberflächen und Zwecke. Z.B.: Trockeneis, Glasperlen oder Soda.
    • Schutzausrüstung: ohne diese kannst du dir schwere Verletzungen zufügen.

Welches Strahlmittel?

Zum Sandstrahlen stehen eine Menge verschiedener Strahlmittel zur Auswahl. Sie unterscheiden sich in Härte sowie Größe und sind deshalb unterschiedlich stark abrasiv (abtragend). Welches für deine Zwecke am besten passt, entscheidet sich an der Oberfläche welche du bestrahlen willst. Hier ein paar Beispiele:

Zum Sandstrahlen gibt es noch sehr viel mehr Stralgranulate, hier eine kleine Übersicht verschiedener Strahlmittel.

Selber sandstrahlen mit kompressor- so gehst du vor

Zum selber Sandstrahlen braucht es glücklicherweise relativ wenig Übung (natürlich wird es trotzdem nicht so perfekt wie beim Profi). Jedoch sollte ein gewisses know-how vorhanden sein. Der Kompressor sollte wie gesagt ausreichend Leistung und Inhalt haben. Für ein mittelgroßes Sandstrahlgerät brauchst du einen Kompressor mit mind. 300 l/min Ansaugleistung, 2000 Watt und ein Volumen von 50 Litern. Hast du alle Teile der Ausrüstung zusammengefügt, solltest du sichergehen, dass empfindliche Stellen und Fugen des Werkstücks abgeklebt sind.

Dies sind Stellen an welche kein Strahlmittel gelangen sollte, weil es entweder nur sehr schlecht wieder entfernt werden kann oder es sich absetzt und dadurch wieder Rost entsteht. Gerade bei Felgen muss dies beachtet werden.

Aber das ist noch nicht alles…

Übung macht den Meister!

Bevor du dich nun tatsächlich an deinem Werkstück zu schaffen machst, solltest du erst noch an einer ähnlichen (bestenfalls gleichen) Oberfläche üben wie du dann später bestrahlen willst. Bei weichen Oberflächen (Autokarosserie, Stahlblech…) können schnell Dellen oder gar Löcher entstehen, welche das Werkstück komplett ruinieren. Mit ein paar Probeläufen kriegst du ein Gespür für den Umgang mit der Sandstrahlpistole.

Durch vorheriges Ausprobieren stellst du sicher, dass du das richtige Strahlmittel mit samt Düse verwendest und du am Kompressor den richtigen Arbeitsdruck eingestellt hast.

Grundierung

Nach dem Sandstrahlen sollte die Oberfläche grundiert werden. Dies schützt sie als erste Schicht. Das ist nicht nur bei Autokarosserien und anderen Metallen erforderlich- sondern auch auf Oberflächen wie der Hauswand wird eine Grundierung benötigt.

Weitere Tipps zum Sandstrahlen zu Hause

  • Sandstrahlen sollte nicht auf empfindlichen Oberflächen wie Marmor, Glas oder Parkett angewandt werden.
  • Öl und Fettreste müssen vorher mittels Hochdruckreiniger oder Entfernungsmittel beseitigt werden.
  • Man unterscheidet zwischen Einweg und Mehrweg Strahlmitteln. Ein Mehrwegstrahlmittel ist z.B. Korund oder Granatsand. Einwegstrahlmittel wäre z.B. Schlacke.
  • Für Heimwerkerzwecke reichen Geräte mit kleinerem Volumen von 10-20l meist vollkommen aus
  • Für schwer zugängliche Flächen ist ein Variabler Arbeitsdruck von Vorteil
  • Bei hohem Arbeitsdruck wird auch mehr Strahlmittel verbraucht
  • Beim Bestrahlen von Stahloberflächen eignet sich ein Luftdruck von 6-7 bar am besten
  • Beim Bestrahlen von Betonoberflächen eignet sich am besten ein Luftdruck von 3-4 bar.
  • Zum Vermeiden von Druckverlusten sollte der Kompressor möglichst nah am Strahlgerät platziert sein
  • Beim Aufstellen des Kompressors muss ebenfalls beachtet werden, dass dieser keine Strahlreste aufsaugen kann
  • Um den Druckabfall zu minimieren, sollten die Leitungsquerschnitte so groß wie möglich gewählt werden

Sandstrahlkabine zur Sicherheit

Um größere Strahlrückstände zu vermeiden, empfiehlt es sich eine Sandstrahlkabine zu verwenden. Diese schützt dich zudem vor den abprallenden Sandpartikeln und behält den Staub der beim Sandstrahlen entsteht im System, sodass der Raum sauber bleibt. Natürlich lässt sich diese nur für kleine Bauteile anwenden.

Falls du das Sandstrahlen selbst machen möchtest und handwerklich geschickt bist, kannst du dir auch eine Kabine bauen. Wenn du eine Sandstrahlkabine selber bauen willst, musst du ebenfalls wieder eine Menge berücksichtigen. Hier ein hilfreicher Artikel: Sandstrahlkabine selber bauen

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